Mit Schülerfirma Wirtschaft kennenlernen
BILDUNG An der KGS Großefehn wird bald eine Genossenschaft gegründet

Die „KGS Office" bietet Schreibwaren aus nachwachsenden Rohstoffen in der großen Pause an.

VON MONIKA BOGENA

Statt wirtschaftliche Zusammenhänge stur im Unterricht zu pauken, ha­ben KGS-Schüler in Großefehn jetzt eine viel praxisorientiertere und lebendigere Möglichkeit, in die trockene Materie einzutauchen. Im Profilkurs Wirtschaft des Realschulzweiges wurde un­ter der Leitung von Lehrer Gert Köllmann eine Schüler­firma gegründet.

Seit September 2012 lau­fen die Vorbereitungen. Nun nimmt das Projekt Formen an: Jeden Montag und Mitt­woch bieten Schüler in der großen Pause in der Mensa Schreibwaren vom Bleistift bis zum Block an. Gestern hatte die Schülerfirma „KGS Office" Besuch vom Vorstand der Raiffeisen-Volksbank, denn das Geldinstitut hat ne­ben einer ideellen Unterstüt­zung auch eine Finanzspritze von 2500 Euro zugesagt. Den Scheck übergaben Vorstand Mario Baumert, RVB-Kundenbereichsleiter Enno Peters und Kundenberater Stephan Henninga. In der Mensa soll noch ein Verkaufstresen aus Holz installiert werden, den die Schülerfirma bei der Leinerstift-Tochterfirma „Allerhand" in Mittegroßefehn schon in Auftrag gegeben hat.

„KGS Office" soll als Genossenschaft organisiert werden. Wie Projektleiter Köllmann erläuterte, soll sie zu Beginn des neuen Schuljahres offiziell aufgestellt werden. Die Schülerfirma bekommt einen Vorstand und einen Aufsichtsrat.

Die jetzige zehnte Klasse habe schon wichtige Vorarbeiten geleistet. Die neunte Klasse, die sich bereits im Unterricht mit dem Aufbau einer Firma beschäftigt und der Zehnten zugearbeitet hätte, könnte zum neuen Schuljahr problemlos die Firma übernehmen, so Köllmann. Sogar die achten Klassen würden im Wirtschaftsunterricht schon auf das Projekt vorbereitet. „Die Zusammenarbeit zwischen den Jahrgängen klappt hervorragend", so Hendrik Grote, der für den theoretischen Teil der Ausbildung zuständig ist.

Am Verkaufstisch in der Mensa bietet die Schülerfirma Schreibwaren an, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt sind. „Plastik ist für uns kein Thema", so Köllmann. Für viele Schüler sei das Angebot eine gute Möglichkeit, schnell noch einen Block, einen Stift oder ein Geodreieck einzukaufen.

„Der Bereich Wirtschaft ist uns besonders wichtig.", so Schulleiter Dr. Udo Cronshagen. Das Projekt wird nicht nur von der Volksbank, son­dern auch vom Fehntjer Unternehmen TS-Aluminium unterstützt. „Wir suchen händeringend Auszubildende", sägte dessen Vertreter Reinhard Trauernicht.

Als zweites Projektstandbein stellt die Schülerfirma ein Jahrbuch für die KGS her. Auch damit haben die Schü­ler schon begonnen. Nutzen darf die Schülerfirma für ihre Tätigkeiten das Berufsorientierungsbüro der KGS. Das gebe es seit einem Jahr, wer­de vom Land unterstützt und kooperiere mit Firmen und Banken, so Cronshagen.

(Bericht aus der Ostfriesen-Zeitung, 11.05.2013)

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