Alice fällt der Abschied sehr schwer
Taiwanesische Schülerin besuchte zehn Monate die KGS Großefehn

Die Taiwanesin Yi-Tzu Wu (rechts) und die 10 R1 haben sich in diesem Schuljahr kennen- und schätzen gelernt. Die Austauschschülerin bekam bei der Abschlussfeier von der Klasse ein Präsent und viel Lob.


Großefehn, 10. Juli 2015 - „Ich komme mit Sicherheit zurück nach Deutschland!“ Für die junge Taiwanesin Yi-Tzu Wu ist das längst klar. Sie hat seit September des vergangenen Jahres bei der Gastfamilie Neff in Spetzerfehn gelebt und die zehnte Realschulklasse der KGS Großefehn besucht. „Ich habe hier viele Freunde gefunden und die hohe Lebensqualität genossen“, schwärmt die 16-Jährige. Es fällt ihr schwer, wegzugehen. Sie wäre gern länger geblieben.

Sie hat bei einem Vergleich der Länder gravierende Unterschiede festgestellt. „In Taiwan dreht sich alles nur um die Schule und das Lernen. In Deutschland sind die Lebensumstände anders und besser. Da sind auch die Familie, Freunde und Freizeit wichtig“, sagt Yi-Tzu Wu. Dieser Name war ihren Klassenkameraden aus der 10 R1 übrigens viel zu kompliziert. Dort heißt sie nur Alice.

Heimweh ist bei der jungen Asiatin nie aufgekommen. Dafür hat auch ihre Gastfamilie Neff gesorgt. Köln, Brüssel, mehrere ostfriesische Inseln und andere Orte hat sie kennengelernt. In der Schule lief es prima. „Sie hat sehr schnell und gut Deutsch gelernt, war sehr fleißig und zielstrebig“, lobt Klassenlehrerin Silvia Fleßner.

Die Schülerin habe sich aktiv an Gruppen- und Partnerarbeit beteiligt, Referate erarbeitet, Vorträge gehalten und Klassenarbeiten in allen Fächern erfolgreich mitgeschrieben. Die Belohnung: Alice hat am vergangenen Freitag bei der Schulentlassungsfeier ihren Erweiterten Sekundarabschluss I in Empfang genommen.

Zu ihren Mitschülern hatte Alice von Anfang an einen guten Draht. „Ihre Kontaktfreudigkeit und Offenheit kamen sehr gut an“, sagte Silvia Fleßner. Ein Beispiel: Die Austauschschülerin hat mit der Klasse asiatisch gekocht und sie auch sonst unterstützt, wo es ging.

Die Jugendliche ist über ein Austauschprogramm von einem Internat in Taipeh nach Großefehn gekommen. Sie kehrt nach zehn Monaten Ende Juli in die Heimat zurück. 8000 Flugkilometer hat Alice vor sich. Drei Jahre muss sie in Taipeh noch zur Schule gehen. Dann will sie das Abitur in der Tasche haben und in Deutschland entweder Medizin oder Psychologie studieren. „Das steht für mich fest“, sagt sie.


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