Johann Saathoff lobt EIBO-Projekt an der KGS
Großer Bahnhof für die 109 Teilnehmer am Bewerbungstraining / Katharina Wojak und Imke Wolters schafften die Traumnote von 99%

Das Foto zeigt alle Schülerinnen und Schüler mit den Vertretern der Wirtschaft, Schule und EIBO.


Großefehn. Den 109 Teilnehmern an dem ersten vom Verein EIBO in Zusammenarbeit mit der KGS Großefehn organisierten Bewerbungstraining wurde ein großer Bahnhof geboten. Für die Übergabe der Zertifikate hatten sich in der Mensa über 300 Schüler und Angehörige versammelt. Auch Vertreter aus der hiesigen Wirtschaft, der Behörden, den Kammern, dem Jobcenter, der Arbeitsverwaltung und den Kommunen sowie Politiker und Vorstandsmitglieder sowie weitere ehrenamtliche Kräfte des Vereins EIBO waren dabei.

In ihrer Begrüßung lobte Schulleiterin Silvia Fleßner das Engagement der Schüler, die ein halbes Jahr nach der durch EIBO ermöglichten Berufsorientierung in Fehntjer Betrieben und in EIBO-Partnerunternehmen eine Bewerbung um einen Ausbildungsplatz verfassten und sich dem Stress eines realen Bewerbungsgespräches ausgesetzt hätten - als Gegenüber Vertreter von real existierenden Betrieben und noch dazu im Haus Els und damit in schulfernen Räumlichkeiten.

Der Verein EIBO sei für seine gut organisierten Angebote bekannt und werde bei seiner ehrenamtlichen Arbeit von vielen Seiten unterstützt - insbesondere natürlich von der heimischen Wirtschaft als den potenziellen Arbeitgebern. Der Dank der Schulleiterin ging aber auch an ihr eigenes Team für den Bereich Berufsberatung mit Fachbereichsleiter Gert- Mimke Köllmann.

Dass die Anstrengungen von EIBO, Schule und Wirtschaft auf fruchtbaren Boden fallen, belegte Silvia Fleßner mit der Aussage eines Schülers nach dem Bewerbungstraining: "Jetzt weiß ich, was ich bei einem richtigen Bewerbungsgespräch anders machen werde.

Hierzu, so die Vereinsvorsitzende Anke Janssen, bekämen die Jugendlichen einen Feedbackbogen ihrer Interviewer an die Hand. Außerdem könnten sie sich die Videoaufzeichnung ihres eigenen Bewerbungsgespräches und das Bewertungsgespräch von der KGS-Homepage herunterladen und weiter an sich arbeiten. Den Jugendlichen bescheinigte Janssen: „Hut ab vor Euren Leistungen bei dem Bewerbungstraining“.

Den Ablauf eines solchen Bewerbungsgespräches bekamen die Anwesenden dann in einem Filmausschnitt auf einer Leinwand von Katharina Wojak vorgeführt; die gemeinsam mit Imke Wolters die Traumnote von 99 Prozent geschafft hatte und damit als die Jahresbesten ausgezeichnet wurden.

In seinem Grußwort gab Bürgermeister Olaf Meinen ganz praktische Tipps an die Jugendlichen weiter: „Gebt Euch bei den Bewerbungsunterlagen größte Mühe.“ Korrekturen mit Tippex oder Fotos aus Facebook gingen gar nicht. Wichtig sei aber auch, dass man sich nicht von den Eltern sagen lassen soll, welchen Beruf man ergreifen soll; bei der Berufswahl sollten Eignung und persönliche Vorlieben immer im Vordergrund stehen.

Auch der Bundestagsabgeordnete Johann Saathoff (SPD), der die Festansprache hielt, appellierte an die Jugendlichen, sich für den Schritt von der Schule ins Berufsleben gut vorzubereiten. Die KGS-Schüler hätten dabei das Glück, dass der Verein EIBO ihnen in Zusammenarbeit mit der Schule Informations- und Trainingsmöglichkeiten an die Hand gebe. Die staatlichen Systeme könnten dies selber nicht leisten.

Saathoff berichtete der Versammlung auch von seinem eigenen Bewerbungsschreiben, in das er im Laufe seines Berufslebens noch einmal Einblick bekommen hatte: nicht sehr professionell, mit Tippex und zweimal gefaltet. Und auch das erste Bewerbungsgespräch, so Saathoff mit einem Augenzwinkern, habe er wohl nur gemeistert, weil sein Gegenüber ein begeisterter Fußballfan gewesen sei und man sich eine halbe Stunde mehr über das runde Leder unterhalten habe.

Den Schülerinnen und Schülern gab er mit auf den Weg, bei der Bewerbung möglichst authentisch zu sein. Wenn man z.B. als Hobby Lesen angebe, müsse man mit der Frage rechnen, welches Buch man denn gerade lese, und wenn man als Hobby Laufen nenne, müsse man spontan sagen können, welche Zeiten man für 100, 200 oder 500 m brauche.

In ihren Abschlussworten griff die Vereinsvorsitzende Anke Janssen ihre Idee eines EIBO-Netzwerkes für die Wirtschaft noch einmal auf. Das Ziel müsste es sein, dass kein Jugendlicher Ostfriesland verloren gehe. So sollten Unternehmen, die einen Jugendlichen geprüft hätten, ihn aber wegen Überkapazitäten oder aus welchem Grund auch immer nicht selber ausbilden könnten, diesen an eine Firma aus dem EIBO-Netzwerk weiterempfehlen. Gleiches gelte auch für ausgebildete Gesellen, die nicht übernommen werden könnten. Die Firmen in diesem EIBO-Netzwerk sollten sich als eine Familie begreifen und sich deshalb untereinander helfen - zum Wohle der Jugendlichen und der gesamten Region. Hierfür werde der Verein EIBO den Unternehmen noch die erforderlichen Kontaktdaten zusammenstellen.

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